
Habt Ihr Euch in unserem Comic mal den Ladenbesitzer vom „Writers Corner“genauer angesehen? Den, der vor akkurat geordneten Farben der Crew von einem legalen Battle berichtet? Nein? Lohnt sich aber, denn das ist ein Selbstporträt des Autors –Ideenfinder, Zeichner u n d Mitprogrammierer - unseres Gewinnspiel-Comics „Love or Fame“.
Da Ihr nun wisst, wie er (ungefähr) aussieht, möchtet Ihr vielleicht auch noch erfahren, was für ein Typ er ist und ob er auch wirklich Ahnung von Graffiti hat. Euch kann geholfen werden:
Rolf Nölte ist 34 Jahre alt, aber er weiß noch genau, wie es ist mit 13, 14 Jahren. Man entdeckt sich selbst, die Ausdrucksformen seiner Generation und man ist auf der Suche nach Abenteuer und Freiheit. Letztere kam genau in diesem Alter über ihn und er erinnert sich, dass er sein erstes „Westgeld“ für Farben und Comics ausgegeben hat.
Anfang bis Mitte der 90er Jahre war die Berliner Szene noch überschaubar. Alle, die dazu gehörten, trafen sich zweimal im Jahr auf Sprüher-Partys. Das waren höchstens 500 Leute. Da Sprühen ein vergleichsweise billiges Hobby war, versuchten sogar die ehemaligen DDR-Jugendklubs dafür zu begeistern. Graue Wände gab’s ja lange Zeit genug in Ost-Berlin.
Als Rolf so 17, 18 war, hat er auch bei kleinen Aktionen mitgemacht, angetrieben von dem Spaß, ähnlich wie ein Hund seine Marke zu hinterlassen und ein Publikum zu erobern. Erwischt wurde er nie. Nicht mal heute mag er sich den dann unvermeidlichen Ärger ausmalen.
Schon damals hat er lieber Figuren als Schriften gemalt und dieses Talent, originelle und charakterstarke Typen zu entwerfen, wurde schnell erkannt. Danach konnte er sich nach Lust und Laune legal und großwandig austoben. Sein absolutes Mammutwerk ziert noch immer drei nebeneinander stehende Turnhallen. Jeweils 10 bis 15 Meter lange Wände hat er fortlaufend zum Thema Zukunft besprüht. Das war schon fast der Abschluss seiner Sprüher-„Karriere“. Erstens drängten entschieden Jüngere nach und beäugten „den Alten“ misstrauisch und zweitens kam er durch sein figürliches Malen der Comic-Szene immer näher.
Doch vor allem war die Zeit reif, etwas Solides anzufangen. Also begann er – durchaus folgerichtig – eine Lehre als Dekorateur und spezialisierte sich auf Plakatmalerei. Fast zehn Jahre lang, bis 2004, entwarf er für ein großes Kaufhaus alles, was gedruckt werden sollte. Seitdem gestaltet und programmiert er in einer Internetagentur Seiten für Tourismus und Industrie.
Inzwischen bezeichnet sich Rolf selbst als „old school“ und Hip-Hop-Veteran, weil er diese Jugendkultur noch völlig anders erlebte, als die Anhänger von heute, die fast zwanzig Jahre jünger sind als er. Es ist eine neue Generation herangewachsen, die andere Themen und Stilmittel bevorzugt. Doch abgewandt hat er sich deshalb nicht, wie Euch ein Blick auf die Seite hiphop-isdead.com lehren wird. Dort ging im Frühsommer schon ein anderer Comic in unverwechselbarer Rolf-Nölte-Manier online.
Ihr wollt noch mehr sehen? Dann schaut auch unter rolfnoelte.de.